PORTO – Ein Reisebericht

Porto, die charmante, heimliche zweite Hauptstadt in Portugals Norden, befindet sich im Wandel. Überall wird in den letzten Jahren saniert, alte Architektur geschickt mit Modernem vereint, es entstehen neue Läden, Galerien, Bars und Boutiquehotels.

Noch 2012 hatte man den Eindruck, in dem gemütlichen Städtchen sei die Zeit stehen geblieben – mittlerweile hat sich Porto in eine belebte Metropole verwandelt. Die Krise als Chance haben sich viele Portugiesen zum Motto gemacht und mit sehr viel Liebe zum Detail und Kreativität ihre Stadt aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Bedingt durch politische Unruhen in Europa und der Welt erlebte ganz Portugal in diesem Sommer einen wahren Tourismus Boom.

Trotzdem, die Einwohner sind weiterhin freundlich, ehrlich und gelassen, die Preise weiterhin moderat. Kennt man Porto länger, betrachtet man die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Einerseits werden sehr viele der alten, verfallenen Stadthäuser stilecht restauriert, anderseits verschwinden aber auch viele alteingesessene Läden.

Auch wenn die Leichtigkeit des Seins, das entspannte Treiben und die typisch portugiesische Melancholie von etwas mehr Hektik begleitet wird, ändern sich bestimmte Dinge nicht und das ist gut so!

Eines der vielen Wahrzeichen dieser hinreißenden Stadt, der Turm der Clérigos Kirche, wacht bereits seit dem 18. Jahrhundert über die überwiegend aus Granit gebauten Häuser. Hat man die 225 Stufen erklommen, genießt man eine fantastische Aussicht.

Wechselt man nach einem Bica (port. Espresso) an der Hafenpromenade mit wunderschönen bunten Häusern und noch bunteren bestückten Wäscheleinen auf die andere Seite der Stadt, befindet man sich in Vila Nova de Gaia. Hier reifen die berühmten Portweine in den traditionellen Kellereien heran. Mittlerweile kann man fast alle berühmten Portweinhäuser besuchen, an Führungen teilnehmen und natürlich den roten, manchmal auch weißen Süßwein verkosten.

Früher wurden die Weine mittels Barco Rabelos (Schiffen) über den Fluss Douro aus dem Dourotal nach Porto gebracht. Porto heißt nichts anderes als Hafen und gab dem Vinho do Porto seinen Namen. Ob als Aperitif, Digestiv oder sogar als Begleiter des Hauptgangs – in erster Linie hängt es vom Gericht ab, welcher Portwein am besten passt.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Typen: Ruby (engl. Rubin) und Tawny (engl. Lohfarben). Ein Ruby reift mindestens zwei, maximal 3 Jahre in Tanks bevor er in Flaschen abgefüllt wird, damit der junge, frische Geschmack und die tiefe rubinrote Farbe erhalten bleiben. Der
Tawny wandert vom Tank für mindestens 2 weitere Jahre in die sogenannten Pipas (Holzfässer). Darüber hinaus werden beide Typen klassifiziert. So gibt es beispielsweise in besonders guten Jahrgängen Vintage Rubys, die auch als Könige der Portweine bezeichnet werden und weiter auf der Flasche reifen. Vintage Ports passen hervorragend zu Queijo da Serra (port. Schafskäse), zu Stilton oder anderen Blauschimmelkäsen und harmonieren zu Eier-Desserts.

Die Colheitas werden als Präsidenten der Portweine bezeichnet. Sie stammen wie der Vintage aus einem einzigen Jahrgang und lagern mindestens 7 Jahre in Holzfässern, bevor sie abgefüllt werden. Man genießt einen Tawny Colheita nach einer Mahlzeit, zu Nüssen oder einfach mal so zwischendurch.

Zurück zum Fluß Douro, der in Spanien entspringt und dort Duero heißt: Er mündet wie eh und je im schönen Stadtteil Foz etwas außerhalb des Stadtkerns von Porto im Atlantik, wo einheimische Fischer jeden Morgen ihrem Tagwerk nachgehen.
Wenn man an der Strandpromenade bis Matosinhos geschlendert ist, riecht man bereits, wo es die besten gegrillten Sardinen gibt. Natürlich stehen noch andere Köstlichkeiten frisch aus dem portugiesischen Ozean auf der Karte. Am besten zum Aperitif einen Port Tonic ordern und dann einige der vielen, sehr guten Tischweine des Landes genießen. Aus dem Dourotal, der Herkunft des Portweins und den anderen insgesamt 14 Anbaugebieten des Landes werden aus über 250 verschiedenen Rebsorten hervorragende Weine produziert.

In Porto hat man einfach alles: Metropole, Sonne, Meer, gutes Essen, Kunst, Kultur und natürlich Portwein! Man könnte auch sagen: „In Porto Veritas“.
(Katharina Wegner)

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