Jetzt wieder am Hahn: FESTLAND – BOCKBIER

„Wie der Wein nach Süden, so wird Bier nach Norden immer besser“, sagte schon im 15. Jahrhundert der schwedische Bischof Olaf Magnus nach der Rückkehr aus Rom. Und auch Martin Luther lobte 1521 auf dem Reichstag zu Worms: „Der beste Trank, den einer kennt, wird Einbecker Bier benennt.“

Als die Söhne Heinrich des Löwen 1240 die Stadtrechte und damit auch das Braurecht an Einbeck im heutigen Niedersachsen vergaben, konnten sie nicht wissen welche Entwicklung sich daraus bis heute ergeben sollte. Einbeck war teil des Zusammenschlusses niederdeutscher Kaufleute, der deutschen Hanse. Die Einbecker Bürger betrieben vor allem mit den Erzeugnissen des örtlichen Braugewerbes einen weitreichenden und gewinnbringenden Handel, der sich über den gesamten Norddeutschen Raum bis nach Skandinavien, ins Baltikum und ebenso nach Süddeutschland erstreckte. Die findigen norddeutschen Brauer, gut vernetzt mit den anderen Zentren der damaligen Brauwelt, gaben dem Bier eine bessere Haltbarkeit für die langen Transportwege, indem sie das Bier mit einem hohen Stammwürzegehalt und folglich mit deutlich mehr Alkohol einbrauten.


Das sollte auch im fernen Bayern nicht unentdeckt bleiben und bereits 1555 ließ sich der herzögliche Hof der Wittelsbacher in München aus Einbeck beliefern. Das besondere Starkbier aus dem Norden galt als Luxusgut und war an den Höfen höchst beliebt. Doch die selbstbewussten bayrischen Herzöge erkannten früh die Vorteile der Eigenfertigung gegenüber der Handelsbeziehung und gründeten 1573 das erste bayerische Hofbräuhaus. Überliefert ist auch der erste Transfer eines Spitzenspielers – aus der Brauwelt – in die bayerische Metropole: 1614 wurde der Einbecksche Braumeister Elias Pichler an das Hofbräuhaus abgeworben um dort fortan das beliebte Starkbier vor Ort zu brauen.

Wen wundert es da, das mit der Zeit aus dem aus Einbeck bezogenen Bier nach Einpökscher Art das Ainpöck, das Oanbock und später das Bockbier wurde. Obwohl naheliegend und oft auf den Etiketten und Marken des starken Bieres zu finden, mit dem männlichen Vertreter der Tiergattung der Hornträger hat der Name nichts zu tun.
Doch zurück zur Legende und dem Siegeszug des Bockbiers bei dem die Kirche und Klöster eine nicht unerhebliche Rolle spielten. Klosterbrauereien entwickelten die Braukunst frei von weltlichem Begehren der Obrigkeit und der Zünfte. Doch lag die Motivation in den Klöstern etwas anders als bei den Kaufleuten der Hanse. Der bayerische Kurfürst Maximilian I. brachte 1627 Paulanermönche nach Bayern, die in der Münchner Vorstadt das Kloster Neudegg ob der Au gründeten. Der Orden legte seinen Mitgliedern strenge Fastenregeln auf, unter anderem durfte während der Fastenzeit nur flüssige Nahrung konsumiert werden. Damit das Fasten nicht allzu schwer fiel, tranken die Mönche das sättigende, kräftige Ainpöcksche Bier aus dem Hofbräuhaus. Vom Papst hatte man sich – der Legende nach -
vorher eine Genehmigung eingeholt. Man sandte ein Fass nach Rom, doch es wurde auf dem langen Weg schnell schal und sauer. Der Papst urteilte, dass „solch Gesöff“ das Seelenheil nicht störe und somit erlaubt sei. Fortan waren die gehaltvollen, aromatischen Starkbiere eine Bereicherung der schmalen klösterlichen Kost und insbesondere ein Trost in der Fastenzeit. Es galt der Satz: Flüssiges bricht Fasten nicht!

Mit dem vom Kurfürsten erteilten Braurecht brauten die Mönche ab 1629 dann ihr eigenes Bier. Sie steigerten die Stammwürze weiter und bekamen so ihr noch kräftigeres Doppelbock. Ohne offiziell vom Kurfürsten erteiltes Schankrecht schenkten die Mönche dennoch ihr Bier aus. Die Bevölkerung war hierzu in das Kloster und in die anliegenden Klostergärten eingeladen und das von höchster geistlicher Stelle abgesegnete und aus klösterlicher Hand gebraute besondere Bier erfreute sich bald, insbesondere zur Fastenzeit, größter Beliebtheit.
Heute hat das Bockbier in Deutschland gegenüber der Dominanz des Pils an Bedeutung verloren und macht nur noch ca. 1% des Gesamtausstoßes aus. Dennoch lebt man, insbesondere in Franken und Bayern, die große
Tradition des Bockbiers.
Das Bockbier gerät heute immer dann verstärkt in den Blickpunkt, wenn in den vielfältigen regionalen Braubetrieben die Starkbiersaison mit dem sogenannten Bockbieranstich in der Advents-, Fasten- oder Frühjahrszeit beginnt.

Das Bockbier in allen seinen Variationen wie Heller oder Dunkler Bock, Doppelbock, Eisbock, Maibock etc. ist meist ein untergäriges Bier. In Oberfranken gibt es aber auch obergärige Weizenbockbiere. Kräftigend und sättigend ist es mit einer Stammwürze über 16% und einem Alkoholgehalt über 6,5%. Goldgelb über bernsteinfarben bis feurig-dunkel lacht es uns aus dem Glas an und lässt uns die Freude der Mönche beim Genuss in der Fastenzeit erahnen. Schön, dass sich die Bockbiere mit Ihrem kräftig-runden, angenehm malzigen Geschmack bis heute erhalten haben. Und schön ist auch, dass das Bockbier kein Dickmacher ist, wie vielerorts vermutet. In Wahrheit besitzt z.B. ein Doppelbock weniger Kalorien als Vollmilch. Dennoch heißt es: in Maßen trinken. Denn das Starkbier möchte in Ruhe, sprich: klösterlich genossen werden. In diesem Sinne – Ein besinnliches Prost!

„Wie der Wein nach Süden, so wird Bier nach Norden immer besser“, sagte schon im 15. Jahrhundert der schwedische Bischof Olaf Magnus nach der Rückkehr aus Rom. Und auch Martin Luther lobte 1521 auf dem Reichstag zu Worms: „Der beste Trank, den einer kennt, wird Einbecker Bier benennt.“  Als die Söhne Heinrich des Löwen 1240 die Stadtrechte und damit auch das Braurecht an Einbeck im heutigen Niedersachsen vergaben, konnten sie nicht wissen welche Entwicklung sich daraus bis heute ergeben sollte. Einbeck war teil des Zusammenschlusses niederdeutscher Kaufleute, der deutschen Hanse. Die Einbecker Bürger betrieben vor allem mit den Erzeugnissen des örtlichen Braugewerbes einen weitreichenden und gewinnbringenden Handel, der sich über den gesamten Norddeutschen Raum bis nach Skandinavien, ins Baltikum und ebenso nach Süddeutschland erstreckte. Die findigen norddeutschen Brauer, gut vernetzt mit den anderen Zentren der damaligen Brauwelt, gaben dem Bier eine bessere Haltbarkeit für die langen Transportwege, indem sie das Bier mit einem hohen Stammwürzegehalt und folglich mit deutlich mehr Alkohol einbrauten. Das sollte auch im fernen Bayern nicht unentdeckt bleiben und bereits 1555 ließ sich der herzögliche Hof der Wittelsbacher in München aus Einbeck beliefern. Das besondere Starkbier aus dem Norden galt als Luxusgut und war an den Höfen höchst beliebt. Doch die selbstbewussten bayrischen Herzöge erkannten früh die Vorteile der Eigenfertigung gegenüber der Handelsbeziehung und gründeten 1573 das erste bayerische Hofbräuhaus. Überliefert ist auch der erste Transfer eines Spitzenspielers – aus der Brauwelt – in die bayerische Metropole: 1614 wurde der Einbecksche Braumeister Elias Pichler an das Hofbräuhaus abgeworben um dort fortan das beliebte Starkbier vor Ort zu brauen.
Wen wundert es da, das mit der Zeit aus dem aus Einbeck bezogenen Bier nach Einpökscher Art das Ainpöck, das Oanbock und später das Bockbier wurde. Obwohl naheliegend und oft auf den Etiketten und Marken des starken Bieres zu finden, mit dem männlichen Vertreter der Tiergattung der Hornträger hat der Name nichts zu tun. Doch zurück zur Legende und dem Siegeszug des Bockbiers bei dem die Kirche und Klöster eine nicht unerhebliche Rolle spielten. Klosterbrauereien entwickelten die Braukunst frei von weltlichem Begehren der Obrigkeit und der Zünfte. Doch lag die Motivation in den Klöstern etwas anders als bei den Kaufleuten der Hanse. Der bayerische Kurfürst Maximilian I. brachte 1627 Paulanermönche nach Bayern, die in der Münchner Vorstadt das Kloster Neudegg ob der Au gründeten. Der Orden legte seinen Mitgliedern strenge Fastenregeln auf, unter anderem durfte während der Fastenzeit nur flüssige Nahrung konsumiert werden. Damit das Fasten nicht allzu schwer fiel, tranken die Mönche das sättigende, kräftige Ainpöcksche Bier aus dem Hofbräuhaus. Vom Papst hatte man sich – der Legende nach -vorher eine Genehmigung eingeholt. Man sandte ein Fass nach Rom, doch es wurde auf dem langen Weg schnell schal und sauer. Der Papst urteilte, dass „solch Gesöff“ das Seelenheil nicht störe und somit erlaubt sei. Fortan waren die gehaltvollen, aromatischen Starkbiere eine Bereicherung der schmalen klösterlichen Kost und insbesondere ein Trost in der Fastenzeit. Es galt der Satz: Flüssiges bricht Fasten nicht!
Mit dem vom Kurfürsten erteilten Braurecht brauten die Mönche ab 1629 dann ihr eigenes Bier. Sie steigerten die Stammwürze weiter und bekamen so ihr noch kräftigeres Doppelbock. Ohne offiziell vom Kurfürsten erteiltes Schankrecht schenkten die Mönche dennoch ihr Bier aus. Die Bevölkerung war hierzu in das Kloster und in die anliegenden Klostergärten eingeladen und das von höchster geistlicher Stelle abgesegnete und aus klösterlicher Hand gebraute besondere Bier erfreute sich bald, insbesondere zur Fastenzeit, größter Beliebtheit.Heute hat das Bockbier in Deutschland gegenüber der Dominanz des Pils an Bedeutung verloren und macht nur noch ca. 1% des Gesamtausstoßes aus. Dennoch lebt man, insbesondere in Franken und Bayern, die große Tradition des Bockbiers. Das Bockbier gerät heute immer dann verstärkt in den Blickpunkt, wenn in den vielfältigen regionalen Braubetrieben die Starkbiersaison mit dem sogenannten Bockbieranstich in der Advents-, Fasten- oder Frühjahrszeit beginnt.
Das Bockbier in allen seinen Variationen wie Heller oder Dunkler Bock, Doppelbock, Eisbock, Maibock etc. ist meist ein untergäriges Bier. In Oberfranken gibt es aber auch obergärige Weizenbockbiere. Kräftigend und sättigend ist es mit einer Stammwürze über 16% und einem Alkoholgehalt über 6,5%. Goldgelb über bernsteinfarben bis feurig-dunkel lacht es uns aus dem Glas an und lässt uns die Freude der Mönche beim Genuss in der Fastenzeit erahnen. Schön, dass sich die Bockbiere mit Ihrem kräftig-runden, angenehm malzigen Geschmack bis heute erhalten haben. Und schön ist auch, dass das Bockbier kein Dickmacher ist, wie vielerorts vermutet. In Wahrheit besitzt z.B. ein Doppelbock weniger Kalorien als Vollmilch. Dennoch heißt es: in Maßen trinken. Denn das Starkbier möchte in Ruhe, sprich: klösterlich genossen werden. In diesem Sinne – Ein besinnliches Prost!