Sherrytypen – ganz einfach

Sherries lassen sich in drei Gruppen einteilen.

Die trocken Weine, wie Manzanilla, Fino, Amontillado, Oloroso oder Palo Cortado.

Zu den Weine mit einer natürlichen Restsüße aus den überreifen rosinenartigen Trauben zählen Pedro Ximènes und Moscatel.

Die letzte Fraktion bilden jene cuvierten (verschnitten) Sherrys. Sie tragen Bezeichnung, wie dry, medium, Cream oder Rich Golden.

Manzanilla de Sanlucar de Barrameda und Fino

Finos und Manzanillas sind die leichtesten Sherries, sie reifen ausschließlich unter der Florschicht. Manzanillas reifen immer in Meeresnähe, bestenfalls in Sanlucar de Barrameda. Hier ist die Temperatur dank der Winde sehr konstant. Finos reifen auch in Jerez, das im Landessinneren liegt. Im Sommer und Winter kann es zu größeren Temperaturschwankungen kommen. Bewegt sich Temperatur unterhalb von 15 °C und oberhalb 20°C, bricht die Florschicht kurzweilig auf und die Weine werden einem Sauerstoffeinfluss (Oxydation) ausgesetzt werden. Somit fallen Finos immer etwas kräftiger aus, als ein Manzanilla.

Amontillado

Ein Amontillado reift wie ein Fino oder Manzanilla unter Flor. Nach einer intensiven Probe selektieren die Kellermeister Weine, die etwas kräftiger ausfallen, aus und spriten sie erneut mit Weindestillat auf. Nun hat die Florhefe aufgrund des höheren Alkoholgehaltes keine Chance mehr, weiter zu überleben (übersteigt der Alkoholgehalt 15,5 sterben die Hefen ab und die Florschicht löst sich auf). Nun reifen die Weine unter Sauerstoffeinfluss in der Solera weiter. Die Farbe verändert sich im Laufe der Zeit und die Weinwerden mit zunehmenden Alter immer dunkler. Die Farbe geht von dem ursprünglichen Hellgelb in einen Bernsteinton über, auch die Aromatik verändert sich. Ein Amontillado ist kraftvoller, vielschichtiger als ein Manzanilla.

 

Oloroso

Verkosten die Kellermeister die Jungweine, werden die kräftigsten so hoch aufgespritet. dass die Entstehung der Florhefe verhindert wird. Oloroso reifen von Anfang an unter dem Einfluss von Sauerstoff. Sie sind die kräftigsten intensivsten und dunkelsten aller trockenen Sherries, keine Weine, die sich zum Aperitif eignen, aber auch großartige Essenbegleiter abgeben.

Pedro Ximènes

Ohne Zweifel zählt ein PX zu den süßesten Weinen der Welt. Aufgrund seiner jahrzehntelanger Reifung funkelt er weder hell noch bernsteinfarben im Glas. Ein PX ist tiefschwarz und schwerfällig bewegt sich im Glas. Einfach großartig diesen Wein zu einem Dessert mit Schokolade zu genießen oder um damit das Essen zu beschließen.

 

Moscatel

Ebenso wie ein PX eignet sich ein Moscatel hervorragend als Dessertwein, jedoch ist seine Süße nicht so voluminös wie des PX. Er hat mehr Finesse und lädt manches Mal zum zweiten Glas ein. Ebenso wie PX ist Moscatel ein gerngesehener Verschnittwein für die Blends.

 

Die charmanten Schmeichler

Wer es weder trocken noch süß mag, liegt bei den Blends (Verschnitten) wie beispielsweise einem Medium goldrichtig. Der halbtrockene Sherry mit würziger Note ist ein Oloroso, der seine Süße  durch die Beimischung von Pedro Ximénez, bzw. Moscatel Wein erhält.

Spezialitäten und Raritäten

Es gibt eine Reihe an Raritäten unter den Sherrys, die mehr als 20 oder sogar 30 Jahre im Solera-System reifen. Diese Sherrys tragen die Abkürzungen VOS (very old sherry) für ein Mindestalter des jüngsten Sherryanteils von 20 Jahren und VORS (very old rare sherry) für ein Mindestalter von 30 Jahren auf ihrem Etikett. Das Alterszertifikat beschränkt sich generell auf die Weinsorten Amontillado, Palo Cortado, Oloroso und Pedro Ximénez. Aufgrund der langen Reifung und der damit verbundenen stärkeren Verdunstung von Wasseranteilen steigt der Alkoholgehalt eines VOS oder VORS oftmals auf über 20%. Der Seltenheitswert dieser Weine ist hoch, da zur Qualitätssicherung der Solera lediglich 1/20 bzw. 1/30 entnommen werden. Nach jeder Entnahme werden die Weine sensorisch und analytisch geprüft, ob sie den Ansprüchen eines VOS, VORS entsprechen.

 

Palo Cortado

Eine besondere Spezialität, um die sich viele Mythen bilden ist der Palo Cortado. Ursprünglich als Fino vorgesehen, reift er jahrelang unter einer Florschicht, bis sie aus unerklärlichen Gründen abstirbt und der Wein oxydativ manchmal jahrzehntelang oxydativ weiter reift – sozusagen ein Zwidder wischen Fino und Oloroso. Interessanter weise kann man eine Palo Cortado mittlerweile auch kellertechnisch herbeiführen.

Alles rund ums Thema Sherry. Ein Artikel vom Sherrybotschafter 2008 Jan Buhrmann, verfasst für die 77te Ausgabe des Evening Stars.

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